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Eltern  24.11.2022

Schlaf und Temperament

Ein Forscher-Team unter der Leitung der Washington State University hat bei 14 Kulturen die Methoden untersucht, wie Eltern ihren Kleinkindern zum Schlaf verhelfen.

Laut den Experten stehen diese Methoden mit der Entwicklung des Temperaments der Kinder in Zusammenhang. Menschen sollten sich im Bereich des Schlafens auf bessere Erziehungsmethoden konzentrieren, so das Fazit. Eine schlechte Schlafqualität und ungesunde Verhaltensweisen sind für das neurobehaviorale Funktionieren, die emotionale Reaktivität und Regulierung schädlich und können ein Risiko für eine künftige Psychopathologie in sich bergen.

Die Forscher sind von der Hypothese ausgegangen, dass passive Möglichkeiten, wie Kuscheln, Singen oder Lesen, Kindern dabei helfen einzuschlafen. Und sie stehen oft in einer positiven Beziehung zum Charakter eines Kindes. Das Temperament eines Kindes ist darüber definiert, wie Kinder ihr Verhalten regulieren und mit ihren Gefühlen umgehen. Unterschiedliche Temperamente können sich auf das psychische und körperliche Wohlbefinden auswirken und ein Risiko für spätere Erkrankungen bedeuten.

Experten haben in der Vergangenheit drei unterschiedliche Faktoren definiert. Die Begeisterungsfähigkeit spiegelt einen positiven Affekt wie Lächeln und Lachen, Annäherung, Aktivität und Enthusiasmus wider. Eine negative Emotionalität umfasst eine allgemeine Stressanfälligkeit in Situationen, die Angst, Wut, Traurigkeit und Unbehagen auslösen. Der dritte Faktor ist die 'Effortful Control', bei der es um eine bewusste Selbstregulierung geht und das Genießen von ruhigen Aktivitäten. Jeder dieser drei Faktoren trägt unabhängig zur Vorhersage, der Ergebnisse in den Bereichen Verhalten, Leistung und Zwischenmenschlichkeit bei - also bei Verhaltensproblemen, sozialer Kompetenz und akademischer Leistung.

841 Betreuungspersonen aus 14 Kulturen von Belgien bis zu den USA wurden ersucht, einen den Fragebogen zum Verhalten in der frühen Kindheit und einen Fragebogen zu den täglichen Aktivitäten auszufüllen. Details zum 'Early Childhood Behavior Questionnaire' finden sich hier. Die Teilnehmer sollten vom Temperament der Kinder zwischen 17 und 40 Monaten und der Unterstützung beim Einschlafen berichten. 52 Prozent der Kinder waren Jungen. Laut der korrespodierenden Autorin Christie Pham wurden für die Untersuchung lineare Mehrebenenregressionsmodelle und Verfahren der Zentrierung am Gesamtmittelwert eingesetzt.

Unterschiede bei schlafunterstützenden Methoden zwischen den Kulturen und innerhalb einer Kultur stehen mit verschiedenen Charakteristika beim Temperament in Zusammenhang. Der Unterschied zwischen den Kulturen ist größer. Das bedeutet, dass die Schlafmethoden unabhängig zu den Unterschieden bei Temperamenten der Kinder beitragen. Laut Pham verfügen Länder mit einem größeren Vertrauen auf passive Strategien über Kleinkinder mit höheren Werten bei der Begeisterungsfähigkeit. Ein reizbares oder schwieriges Temperament, also eine negative Emotionalität, steht oft deutlich mit aktiven Methoden zum Einschlafen in Verbindung.

Beim Umfang, in dem passive Methoden für das Einschlafen der Kinder bevorzugt wurden, stehen die USA, Finnland und die Niederlande ganz oben auf der Liste. Südkorea, die Türkei und China hingegen finden sich am unteren Ende wieder. Bei den aktiven Methoden zum Einschlafen stehen Rumänien, Spanien und Chile ganz oben. Die Türkei, Italien und Belgien stehen hingegen am unteren Ende der Liste. Die Forschungsergebnisse wurden in 'Frontiers in Psychology' veröffentlicht.

pte/red

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#Erziehung #Schlaf #Kinder #Psychologie



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